Agiles Arbeiten: 5 häufige Fehler und wie Entscheider diese vermeiden

Agiles Arbeiten geht weg vom klassischen Top-Down-Ansatz und schafft Strukturen, die Verantwortung vom Management auf Arbeitsteams umzuverteilen. Dass es dabei mit Lösungen wie Scrum oder Kanban getan ist, ist ein Missverständnis, dem einige Manager immer noch erliegen.

Autor: Alegri International Service GmbH

Agiles Arbeiten in Teams nach dem Vorbild von DevOps erfordert ein Umdenken und eine neue Unternehmenskultur – weg von klar hierarchischen Strukturen. Als Antwort auf das brennende Problem des anhaltenden Fachkräftemangels werden Werte des agilen Arbeitens durch die Prinzipien von New Work ergänzt. Ziel ist, Mitarbeiter durch mehr Freiheit, Selbstbestimmung und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen oder an das Unternehmen zu binden sowie Projekte agiler, schneller und besser als der Wettbewerb zu gestalten. Beides, agiles Arbeiten und New Work, setzt nach aktuellen Studien ein neues Führungsverständnis voraus.

Michael Kaufmann, Chef des Entwickler- und DevOps-Teams bei Alegri und langjähriger Verfechter agilen Arbeitens, hat die wichtigsten Erkenntnisse aus zwei Artikeln von t3n und Entwickler.de zusammengefasst und ergänzt, um die fünf häufigsten Fehler zu nennen, die einer agilen Führungskraft unterlaufen können.

Ein grundsätzliches Missverständnis ist für den Alegri-Entwicklungschef, dass agiles Arbeiten allzu oft rein als technische Herausforderung gesehen und das nötige Change-Management dabei vernachlässigt wird. Alegri deckt als IT-Beratungsunternehmen sowie als Partner für die wichtigsten Branchenlösungen von Microsoft und SAP beide Bereiche ab: Technologie und Change-Management-Beratung.

 

Fehler Nr 1: Die Unternehmenskultur wird unterschätzt

Agilität wird heute großgeschrieben in den Chefetagen. Dabei haben Top-Manager oft ein verzerrtes Bild vor Augen, wie es in der Organisation wirklich aussieht. Agile Transformation irgendwie mit kulturellem Wandel erklären zu wollen reicht nicht aus. Was Unternehmensentscheider bei sich ändern sollten, ist der persönliche Zugang zur Organisation. Statt in erster Linie die Praxis von oben umzugestalten, muss sich die Organisation verändern. Die Führungskräfte müssen erkennen, dass agile Transformation bei ihnen beginnt, um auch das mittlere Management mitzunehmen, das sich oft schwer tut mit mehr Agilität.

 

Fehler Nr. 2: Verlagern statt delegieren und fehlende Kommunikation

Ein weiterer Fehler ist der Versuch, die agilen Veränderungsprozesse an die Mitarbeiter zu übertragen und es sonst bei den hierarchischen Strukturen zu belassen. Die Gefahr ist groß, dass damit auch die Risiken nach unten abgewälzt werden und der CEO somit auch keine Kontrolle mehr über die Veränderungsprozesse habe. Es empfiehlt sich daher, die fachliche Verantwortung an selbstorganisierte Teams abzugeben, wo Entscheidungen am besten und schnellsten getroffen werden können und ohne Angst vor Fehlern Neues ausprobiert werden kann. Die Verantwortung bleibt dabei zwar bei der jeweiligen Führungskraft, das Team wird so aber in die Unternehmenstransformation einbezogen. Dies bedarf einer guten unternehmensweiten Kommunikation, um die angestrebten Veränderungen im Arbeitsalltag auch zu leben.

 

Fehler Nr. 3: Mit Scrum und Kanban ist es getan

Scrum und Kanban gelten als Inbegriffe für agiles Arbeiten, sind aber nur Vorgehensweisen oder Werkzeuge und machen noch keine agile Transformation aus. Diese lässt sich auch nicht auf Knopfdruck starten, sondern erfordert einen fundamentalen Wandel des Mindsets, insbesondere bei den Vorgesetzten.

 

Fehler Nr. 4: Jeder möchte agil arbeiten

In agilen Organisationen geht ein Teil der Verantwortung zurück an die Mitarbeiter. Doch tun sich manche Kollegen damit schwer, den Wandel mitzugehen. Ihnen fehlt in den neuen Strukturen die Orientierung sowie die direkte Anerkennung oder Bestätigung für ihre Arbeit. Wo jeder Mitarbeiter sich plötzlich einbringen und Kritik äußern soll, sind Soft-Skills wie Zuhören und Einfühlvermögen gefragt, um die unterschiedlichen Standpunkte in Einklang zu bringen. Agile Coaches können hilfreich sein, um Reflexion, Kritikfähigkeit und Eigenverantwortung zu fördern. Die „agilen Coaches“ von Alegri arbeiten auf allen Hierarchieebenen mit viel Fingerspitzengefühl und begleiten den Kulturwandel.

 

Fehler Nr. 5: Teams arbeiten künftig komplett autark

Ziel der agilen Transformation ist zwar, möglichst autonom arbeitende Teams zu etablieren, das heißt aber nicht, dass diese Teams vollkommen autark sind und tun und lassen können, was sie wollen. Sie sind in der Organisationsstruktur des Unternehmens verankert und Teil derselben. Es wird auch weiterhin strategische Entscheidungen geben, die von oben ergriffen werden. Abteilungsübergreifende Entscheidungsgremien können dabei sicherstellen, dass alle in eine Richtung gehen und die Initiativen umgesetzt werden. Außerdem kann es sich lohnen, auf den verschiedenen Ebenen transparente Ziele und messbare Ergebnisse einzuführen, um den Teams und ihren Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, bestimmte übergeordnete Ziele mitzugestalten.

 

Fazit: Agiles Arbeiten und seine Vorteile scheinen so klar zu sein – vor allem für die Umsetzung der Digitalen Transformation. Falsch verstanden oder angegangen, können die entsprechenden Initiativen aber die Mitarbeiter auch völlig verunsichern. Alegri verfolgt mit seinem Änderungsmanagement eine ganzheitliche Strategie, die vom Top-Management bis in die Techniken in den Bereichen SAP und Microsoft alle Ebenen mit einbezieht. Dies kann helfen, die Transformation in die richtigen Bahnen zu lenken.

 

Titelbild: iStock/ CreativaImages



X